08.05.12

Das Suahelischnurrbarthaar aus dem Gedicht "Logik" von J. Ringelnatz endlich gefunden!


Logik
Von Joachim Ringelnatz

Die Nacht war kalt und sternenklar,
da trieb im Meer bei Norderney
ein Suahelischnurrbarthaar.
Die nächste Schiffsuhr wies auf drei.

Mir scheint da mancherlei nicht klar,

man fragt doch, wenn man Logik hat,
was sucht ein Suahelihaar
denn nachts um drei am Kattegat?

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Das von Literaturwissenschaftlern bisher als rein fiktiv eingestufte Suahelischnurrbarthaar aus dem Gedicht "Logik" von Joachim Ringelnatz wurde am Strand der Insel Norderney von mir bei einem Spaziergang entdeckt!
Übersät mit in der Morgensonne glitzernden Wassertropfen lag es - zu einem Fragezeichen geringelt - auf einem flachen Stein. 

Dies könnte ein bedeutsamer Hinweis darauf sein, dass auch das Haar selbst nicht wusste, was es all die Jahre eigentlich im Meer zu suchen hatte. Eine Haar-Analyse ergab übrigens keine Drogenrückstände! So bleibt die Frage nach dem Motiv wohl für immer ein Geheimnis.
Logisches Denken ist sowieso nur selten der richtige Weg, um ein Rätsel zu lösen und kann wie im vorliegenden Fall sogar in die Irre führen. Ich bitte, diese Anmerkung aber keinesfalls als Kritik an der doch sehr verständlichen Neugier des von mir hochverehrten Dichters aufzufassen.
Experten für Völkerkunde haben inzwischen die Echtheit des Fundes bestätigt und sein Alter auf etwa 85 Jahre festgesetzt!
Zur Zeit liegt das von dem weltbekannten Hairstylisten Alfredo Longo äußerst schonend gewaschene und geföhnte Prachtexemplar einbruchsicher in meinem Safe. Auf künftigen Buchmessen in Frankfurt und Leipzig wird es einer interessierten Öffentlichkeit präsentiert, bevor es dann bei SOTHEBY'S in London endgültig versteigert wird.
Gebote können aber auch jetzt schon bei mir abgegeben werden!

 


04.05.12

Mittelalterlicher Keuschheitsgürtel für Frauen

Eine Konstruktion zur Verhinderung des außerehelichen Geschlechtsverkehrs. Abschließbar!
Zu sehen in der Marksburg zu Braubach am Rhein.

 © Copyright by Fred Lang

Nähere Angaben zum obigen Keuschheitsgürtel: Die Gürtelhöhe beträgt etwa 35 cm und die maximale Gürtelbreite etwa 40 cm. Der Schlitz ist ca. 8 cm hoch, aber nur 1 cm breit! Das kreisrunde Loch hat einen Durchmesser von ca. 4 cm. Der Gürtel aus handgeschmiedetem Eisen war in der Taille verstellbar und konnte daher ganz individuell angepasst werden. Die vielen kleinen Löcher dienten zur Befestigung einer Auspolsterung aus Leder, die so den "Tragekomfort" wenigstens etwas verbesserte.
Für die Ritter, die sich häufig auf Kreuzzügen im Ausland befanden, war das eine feine Sache. 
Dies galt aber keineswegs für ihre dann natürlich einsamen und liebebedürftigen Frauen. 
Der sehr enge Schlitz vorne verhinderte wirkungsvoll einen konventionellen Beischlaf. 
Das kreisrunde Loch hinten war aber in dringenden Fällen ein alternativer Eingang, zumindest für einen ganz besonders wagemutigen und energischen Liebhaber. Sozusagen durch die Hintertür, Verletzungsgefahr nicht ausgeschlossen! Ob die Ritter nach ihrer Heimkehr etwas gemerkt haben?
Zum Schluss noch ein paar ganz konkrete Anfragen zum Schmunzeln:
 

Anfrage Nr.1
-----Original Message-----
From: Ernst S. Schloß M.
To: Fred lang
Sent: Friday, February 07, xx 1:38 PM
Subject: Keuschheitsgürtel
Hallo Herr Lang! 
Ich interessiere mich für Ihren mittelalterlichen Keuschheitsgürtel. In erster Linie möchten wir den Preis wissen, wir wollen den Gürtel bei unseren Ritteressen vorführen. Was haben sie sonst noch "mittelalterliches" anzubieten? 
Bitte geben Sie uns eine Nachricht.
Mit herzlichen Grüssen, Ernst S.



Antwort:
Hallo Herr S.! 
Das wäre sicher eine Mordsgaudi für Ihre Gäste, wenn Sie den Keuschheitsgürtel vorführen könnten. Am besten natürlich mit einer hübschen Rittersfrau, wenn sie denn überhaupt noch reinpasst. Früher waren die Menschen nämlich viel kleiner als heute! Wie man auf der entsprechenden Seite meiner Homepage lesen kann, ist der Original-Keuschheistsgürtel in der Marksburg zu Braubach am Rhein leider nur zu sehen und nicht zu kaufen.
Mit freundlichem Gruß, Fred Lang




Anfrage Nr.2
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: Nina Sch.
An: Fred Lang
Gesendet: Mittwoch, 13. August xx 10:03   
Betreff: keuschheitsgürtel
 
Sehr geehrter Herr Lang, 
ich bin Kostümbildnerin der Produktion "Ritas Welt". Wir werden eine Karnevalsfolge drehen, zu der wir auch einen Keuschheitsgürtel für Frauen, aus Stahl, benötigen. Ich habe gesehen,daß Sie eben einen solchen vermieten. Ist dieser Gürtel auch für die Grösse 42 passend? Und gibt es eine Möglichkeit ihn zur Ansicht bzw.zur Anprobe zur Verfügung zu haben? Da wir diese Szenen innerhalb der nächsten 2 Wochen drehen werden, wäre ich um eine schnelle Antwort sehr dankbar!
Ganz lieben Gruß aus Köln! Nina Sch.



Antwort:
 
Sehr geehrte Frau Sch.,
vielen Dank für Ihre Anfrage. Beim Drehen der geplanten Karnevalsfolge wird es bestimmt hoch hergehen, wenn Sie dazu sogar einen Keuschheitsgürtel benötigen. Es ist für die Verantwortlichen daher sicher eine große Beruhigung, wenn dadurch gewährleistet ist, dass der Dame gegen ihren Willen nichts passieren kann. Ich muss aber schon jetzt ausdrücklich darauf hinweisen, dass Sie den Schlüssel für nicht im Drehbuch vorgesehene Fälle - wie z.B. eine spontane Orgie! - immer zur Hand haben sollten. Selbstverständlich komme ich, wenn Sie es wünschen, gerne zur Anprobe. Ich kann Ihnen aber schon jetzt versichern, dass der Gürtel in Größe 42 auf jeden Fall virtuell verfügbar ist.
Zum Schluss muss ich Sie allerdings auf einen kleinen, aber nicht ganz unwichtigen Punkt in meinem Hinweis zum Mietangebot aufmerksam machen, der von Ihnen anscheinend überlesen wurde:
Meine Gürtel sind leider nur für einen virtuellen Gebrauch geeignet!
Ganz liebe Grüße aus Jork! Fred Lang

 
Anfrage Nr.2/Nachtrag
-----Ursprüngliche Nachricht----- 
Von: Nina Sch. 
An: Fred Lang 
Gesendet: Montag, 18. August xx 10:20
Betreff: AW: keuschheitsgürtel
Lieber Herr Lang,
wenn der Gürtel sicher eine Grösse 42 hat, würde ich ihn gerne bestellen.
Da unser Drehplan noch nicht feststeht, müsste ich ihn kurzfristig anfordern. Wie hoch ist die Miete pro Tag? Und wie lange dauert die Lieferung?
Wir müssten allerdings auf Rechnung arbeiten,da es sich nicht um meinen privaten Spaß handelt!
Bitte geben Sie mir schnell Bescheid, damit ich mit der Produktion einige Termine klären kann!! Vielen lieben Dank für Ihre Mühe!
Grüße aus Köln, Nina Sch.



Antwort:
Liebe Frau Sch.,
vielen Dank für Ihre Mail. Leider muss ich Sie nochmal auf eine wichtige Anmerkung in meiner vorigen Mail, die auch auf der entsprechenden Seite meiner Homepage steht, hinweisen:
"Nur zu ausschließlich virtuellem Gebrauch geeignet!"
Lt. DUDEN bedeutet das Wort VIRTUELL: Nur scheinbar vorhanden!
Ich hoffe, dass sie Spaß verstehen und wünsche Ihnen auch ohne Gürtel viel Vergnügen beim Dreh.
Grüße aus Jork, Fred Lang

28.04.12

Der Eulenspiegel vom Estedeich



 
Fred Lang, der schräge Typ mit dem Patentmaulkorb, offeriert feinsten Humor im Internet
Von Kerstin Lorenz
 
Foto: Kerstin Lorenz

Estebrügge/Jork 

Er ist ein Meister der leisen Tiefgründigkeit, ein geübter Beobachter und ein Mann der klaren Worte: "Mit Humor soll man nicht spaßen", sagt Fred Lang, der heimliche Eulenspiegel vom Estedeich.
Bei dem Namen Fred Lang huscht vielen Menschen zwischen Kehdingen und Hamburg
gleich ein wissendes Lächeln übers Gesicht. Ihnen ist der Fotograf und Autor nicht nur wegen seiner Bücher bekannt, sondern vor allem aus dem Internet. Auf "Freds schrägen Seiten"
kann man sich als Surfer prächtig amüsieren und in eine virtuose Vielfalt an geistreich Gelungenem und humorvoll Verpacktem eintauchen. "Wer klopfet, dem wird aufgetan",
verspricht der blitzgescheite Schelm aus Estebrügge und offeriert Skurriles, Heiteres,
Tierisches, Nachdenkliches, Literarisches, Erotisches und Verblüffendes vom Allerfeinsten.
"Zur Einstimmung empfehle ich die tragikomische Schmunzelecke", sagt Lang und grinst schlitzohrig. Aber auch seine fotografischen Blütenkunstwerke zum Thema "Viva la Vulva!",
seine Entdeckungen über das Liebesleben der Tomaten, seine empfohlenen Menüs, wie Hexeneiersalat mit Prärieaustern oder seine Seiten für Menschen, die, wie er selbst,
Ringelnatz und Morgenstern mögen, sind eine Schau, die mit handwerklichem Können
inszeniert wurde.
Seiner Web-Einladung folgten bisher mehr als 100 000 Besucher aus aller Welt per Mausklick. Viele bescheinigten dem einfallsreichen Schelm, dass seine Pointen punktgenau sitzen.
"Obwohl der Trend ja stark zum Konsumieren statt zum Kommunizieren geht, ist es
erstaunlich, wie viele Kontakte über meine Homepage entstanden sind", sagt Lang.
Manche Internetfreundschaften bestehen seit mehr als 15 Jahren und sorgen für regen Gedankenaustausch, so Lang, der auf seinen Seiten auch eine Plattform für andere Autoren geschaffen hat.
Doch Fred Lang ist nicht nur als Kreativer mit Kamera, Computer und spitzer Feder aktiv.
13 Jahre war er Mitarbeiter im Altländer Museum in Jork und auch dort bekannt, wie ein
"bunter Hund". Nein, nicht weil er geduldig den Museumsbesuchern aus aller Welt Fragen beantwortet hat, sondern weil er es auch im Museum nicht lassen konnte, die Dinge näher zu betrachten und zu beschreiben.
Viele der Museumsstücke verewigte Fred Lang in seinem Buch "Der Patentmaulkorb" und komplettierte damit seine "Glossen & Possen" um weitere lesenswerte Geschichten aus dem Alten Land an der Elbe und dem Museum in Jork. Er lüftet darin Naturgeheimnisse, etwa um einen unsichtbaren Wachtelkönig oder den "Champion", der 24 Jahre lang 77 Kinder pro Jahr zeugte. Ebenso unverschwiegen wie die Sache mit dem "Tittengevstohl" bleiben die "Illusion"
und die Gedankengänge um "Ein Herz für Schweine".
Mit dem Februar endete auch Langs Zeit, die er im Museum Dienst tat. "Ich habe dabei
immer Freude gehabt, aber nun wird es Zeit auch noch andere Projekte zu realisieren", verrät
der 73-jährige. So sind vor allem viele neue Ideen für die Homepage, die es seit Mitte der 90er-Jahre gibt, in Planung. Lang eröffnete dort nämlich kürzlich seine "Praxis Dr. Schräg", in
der praktische Lebenshilfen zum Schmunzeln und telefonische Beratung im Rahmen eines Projektes der Gesellschaft zur Erforschung zwischenmenschlicher Beziehungen angeboten werden. Ganz klar, dass auch hier das gesunde Training der Lachmuskeln im Vordergrund
steht.
"Schreiben ist ein wunderbares Ventil für manche schwierige Lebenssituation", sagt Fred Lang. Seit er seinen Erstling "Von Mäusen, Menschen und anderem Getier" im Jahr 2000 veröffentlicht hat, beschenkt er seine Leser mit feinsinnigen Versen, Kurzgeschichten voller schwarzen Humors, Satiren und allzu Menschlichem in seiner unverkennbaren Schreibweise. Aber so schwarz der Humor, so heikel die Wahrheiten und so lieblich die Erotik, nie driftet Fred Lang ins Geschmacklose ab.
Das Lachen des Lesers kitzelt er weise kunstvoll auf anspruchsvollem Niveau hervor, sodass
es ein Genuss mit Respekt und Vergnügen bleibt. "Das ist manchmal eine Gratwanderung",
gibt Lang zu. "Aber man wird mit den Jahren immer selbstkritischer und hinterfragt alles mehrmals, ehe es veröffentlicht wird". Das Schönste sei für ihn, wenn er spürt, dass er mit
seinen Botschaften verstanden wird, so Lang.
Fred Lang, Jahrgang 1938, nennt sich einen "Technik-Freak". Er absolvierte nach dem Gymnasium eine Lehre als Fotograf in Hamburg und machte sich 1968 mit einem Fotostudio selbstständig, wobei er sich auf Architektur- und Industriefotografie spezialisierte.
Seit 1979 lebt er mit seiner Frau in Estebrügge. Von 1981 an versorgte er die Sprösslinge der Familie, die Zwillinge Lena und Hans. So meisterte er etliche Jahre eine Doppelrolle als Hausmann und selbstständiger Fotograf. Nun, da die Kinder aus dem Haus sind und seine
Frau im Ruhestand ist, lassen sich neue Ideen entwickeln.
"Meine Frau war immer eine faire Kritikerin. Wenn ich sah, dass sie schmunzelt, wusste ich, es
ist gut. Wir haben uns da in vielen Dingen bestens ergänzt", berichtet Lang vom Entstehen
seiner Schelmenstücke. Kurios übrigens: Fährt man entlang des Estedeichs im Ortskern von Estebrügge, melden die meisten Navigationsgeräte auf Höhe der sogenannten Bürgerei "Wer klopfet, dem wird aufgetan" und zeigen Langs Internet-Startseite mit dem edlen Türklopfer an.
Wie das kommt, ist auch für Fred Lang noch ein ungelüftetes Geheimnis. Aber um auf
"Freds schräge Seiten kommen", um sein ganzes Repertoire zu entdecken, genügt ein Klick
auf die Homepage. Dort erfahren Neugierige auch mehr über Langs Buch "Mutter Flint mit
dem Stint", mit Geschichten und Anekdoten aus dem alten Stade oder über "Ein Bürgerhaus
an der Este", Langs Beitrag im Jahrbuch des Altländer Archivs. "Ich kann nämlich auch
verdammt ernst sein", versichert Fred Lang - und dem soll nicht widersprochen werden.

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von Kerstin Lorenz. 
Copyright Hamburger Abendblatt (www.abendblatt.de)